Das Gründungs-Symposium 2007
Plattform des Gründungs-Symposiums 2007 war der 2006 begonnene Dialog über gesellschaftlich relevante Fragen zur abendländischen Kultur. Mit mehr als 200 Experten aus verschiedenen kulturellen Bereichen fand diese Initiative vom 23. bis 25.11.2007 in Dresden statt. Sie versteht sich als die nächst höhere Etappe auf der Reise zu einem World Culture Forum.
FAZIT
Mit dem Gründungssymposium des 1. World Culture Forums 2007 in Dresden wurde die Grundlage dafür geschaffen, den Begriff der Kultur aus seiner innigen Verquickung mit dem Begriff der Kunst zu lösen und ihn wieder in seiner ganzen Vielschichtigkeit und Breite zu behandeln. Das Symposium hat eindrucksvoll bestätigt, dass Kultur sehr viel mehr ist als Kunst, aber auch Wirtschaft, Politik, Wissenschaft oder eine sonstige Erscheinungsform menschenspezifischen Handelns. Das Motto des Symposiums "Kultur ist mehr" erwies sich als zutreffend.
Zugleich zeigte sich, dass die Teilbereiche, aus denen sich Kultur konstituiert, weithin unverbunden nebeneinander stehen und sich deshalb auch nur wenig befruchten können. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der bisherigen Verengung des Kulturbegriffs auf Kunst und hier wiederum auf die so genannte E-Kunst. Durch diese Verengung hat Kultur in unserem Kulturkreis ihre Funktion als ordnende Struktur und einigendes Band menschenspezifischer Aktivitäten weitgehend verloren. Das Symposium hat erkennen lassen, wie dieser Verlust überwunden werden kann.
Voraussetzung dafür ist ein intensiver intrakultureller Austausch, in der die Teilbereiche der Kultur in ihren Wechselwirkungen untereinander und in ihren Wirkungen auf das kulturelle Ganze sichtbar werden. Auf dem Symposium wurde hiermit begonnen. Zur Diskussion stand das Verhältnis von Kultur und Bildung sowie Wirtschaft, Medien, Kunst, Städtebau und Religion. Dabei waren die Dispute in den Bereichen Wirtschaft und Kultur sowie Religion und Kultur besonders zielführend. Sie vermittelten einen Eindruck, wie die Themen künftiger Foren aufbereitet werden könnten.
Insgesamt war das Gründungssymposium ein Erfolg. Es hat alle Erwartungen erfüllt, die seine Initiatoren vernünftigerweise hegen konnten. Die rund 300 Teilnehmer waren sich am Ende weitgehend darin einig:
- Ein weiter Kulturbegriff soll Grundlage künftiger Foren sein.
- Der intrakulturelle Dialog ist weiter zu vertiefen. Er ist Voraussetzung für künftige interkulturelle Dialoge.
- Alle Teilbereiche der Kultur müssen Schritt für Schritt in den intrakulturellen und später interkulturellen Austausch einbezogen werden.
- Im Zuge der Globalisierung und des technischen Fortschritts erlangt Kultur einen veränderten Stellenwert. Sie hat die Aufgabe, destruktiven Formen der Entgrenzung durch das Aufzeigen natürlicher Begrenzungen entgegen zu wirken.
Deshalb haben die Teilnehmer des Gründungssymposiums beschlossen:
- Der begonnene Weg zu einem Weltkulturforum soll weitergegangen werden. Das nächste Forum soll vom 08. bis 10. Oktober 2009 auf europäischer und im Herbst 2010 auf globaler Ebene stattfinden.
- Auch künftig soll das Motto sein: Kultur ist mehr.
- Der Tagungsort bleibt bis auf weiteres Dresden.
Der Erfolg des Gründungssymposiums wurde bestätigt durch
- die Bereitschaft bisheriger Sponsoren, ihr Engagement aufrecht zu erhalten oder sogar noch zu erweitern und so die finanziellen Voraussetzungen für künftige Foren zu schaffen.
- das Angebot von Städten im deutschsprachigen Raum, mittelfristig das Weltkulturforum mit auszurichten.
- die fortdauernde Verbundenheit des Forum Tiberius - Internationales Forum für Kultur und Wirtschaft mit dem Weltkulturforum. Das Forum Tiberius ist überzeugt, dass mit dem Gründungssymposium des Weltkulturforums 2007 in Dresden ein zielführender Weg eingeschlagen worden ist.
Dresden, 12. Dezember 2007
Prof. Dr. Meinhard Miegel - Hans-Joachim Frey