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World Culture Forum
Stimmungsbild für Panels European Congress 2009


Dummheit oder Intelligenz?


Dummheit oder Intelligenz? Was hat Zukunft? Und warum? Würde man einer Reihe von Menschen diese Fragen stellen, würde sich vermutlich der weitaus größere Teil für die Intelligenz entscheiden. Doch ist das tatsächlich so? Oder hängen Dummheit und Intelligenz in einer Art und Weise zusammen die es nicht so einfach erscheinen lässt, sich für eine von beiden zu entscheiden? Professor Siegfried Seufert, einer der bekanntesten Intelligenzforscher unserer Zeit, prophezeit nämlich: Dummheit hat Zukunft. Er geht davon aus, dass im Leben und Beruf all jene die besten Chancen haben, die im Prinzip gar nicht richtig merken ‚was los ist’. In einigen aufwendigen Tests hat er diese These nachgewiesen.

So verfügten etwa bei einem Börsenspiel mit Studenten am Ende die Dummen über das ganze Geld – die Gescheiten dahingegen waren bankrott. In einem anderen Beispiel ließ die US Army überprüfen, warum unter den hohen Offizieren offenbar zu viele Dummköpfe wären. Das Ergebnis überraschte, denn aus diesem ging hervor, dass die meisten Intelligenten im Kampf um die allerersten Beförderungen hoffnungslos auf der Strecke blieben. Schließlich besäßen intelligente Manager die fatale Neigung, viel zu weit voraus zu denken. Dabei quälten sie sich mit Problemen, die sich in Wahrheit niemals stellten und lebten dennoch in einer immerwährenden nervösen Spannung, die zudem zu viel häufigeren und viel früheren Krankheiten führt als bei dummen Menschen. Allzu leicht und vorschnell sollte die Frage nach einer Zukunft durch intelligente oder dumme Gestal¬tung also nicht beantwortet werden!

Die Clowns, die Narren der Gesellschaft, halten dieser einen Spiegel vor Augen, und sie sind damit gewissermaßen nichts anderes als kritische Gesellschafts¬philo¬sophen. Sie philosophieren über Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges – auf dumme und doch intelligente Art und Weise. Clowns sehen die Welt wie kleine Kinder: naiv und mit großen, neugierigen und stets offenen Augen. Sie sehen die Welt wie sie wirklich ist. Clowns brechen die großen Probleme des alltäglichen Lebens – welche allen ihren Zuschauern ja auf das Beste vertraut ist – auf das Kleine herunter und bewältigen so für das lachende Publi¬kum deren Sorgen und Nöte. Sie tun nicht, als ob die Welt schön, heil oder perfekt wäre, sondern sie suchen nach den banalen und gewöhnlichen Katas¬trophen und ihrer Tragik, um diese dann so zu übertreiben, dass daraus Heiterkeit und Lachen ent¬steht. Doch hat diese Form von Kunst mit Dummheit zu tun? Zumindest nicht in dem Sinn wie etwa der sprich¬wört¬lich dümmste Bauer die dicksten Kartoffeln erntet.

Dennoch stellt sich die Frage, ob unsere Zukunft mit Intelligenz oder mit Dummheit ge¬stal¬tet werden sollte zunächst einmal nicht mehr. Nicht etwa weil sie bereits klar und eindeutig hätte beantwortet werden können, sondern vielmehr weil Übereinkommen dahingehend besteht, dass vor allem eine In¬telli¬genz zur Dummheit notwendig ist, um die Zukunft kreativ und erfolg¬reich gestalten zu können. Gemeint ist Intelligenz zur Dummheit im Sinn der Kunst und der Fähigkeit, auch über sich selbst lachen zu können. Und besonders in dem Sinn, sich auch einmal über eigene Fehler amüsieren zu können. Hierin besteht eine überraschende Einigkeit zwischen den Clowns als Vertreter der lachenden Kunst und den Wissen¬schaftlern als Repräsentanten der so gesehenen hohen Intelligenz und gebildeter Fortschrittlichkeit.

Intelligenz und Dummheit sind im künstlerisch-kulturellen Verständnis der Clowns kein solch großes Gegensatzpaar, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Vielmehr bedingen und verschränken sie sich gegenseitig. Jeder erwachsene Mensch trägt bereits aus den Tagen naiv-kindlicher und jugendlicher Er¬fahrungs¬wel¬ten einen Clown in sich. Als Kinder gingen noch alle Menschen mit offenen und neugierigen Augen durch die Welt und nannten die Dinge ebenso offen und ehrlich bei ihrem Namen. Auch die seltsamen, die komischen oder die unverstandenen Dinge. Das Leben im Kindesalter be¬steht aus einem jahrelangen Lernen aus Versuch und Irrtum. Dieser Clown in einem jeden Individuum übersteht dann jedoch die Phase des Reifens und Erwachsen¬werdens oft weniger gut. In den meisten Fällen geht der innere Clown beim Erwachsenwerden verloren. Schade ist dies vor allem deshalb, weil es auch im Erwachs¬enenalter noch genauso wichtig, ist aus Fehlern zu lernen wie in jungen Jahren. Dann aber ist das Vermeiden von Fehlern oftmals ein oberstes Gebot. Clowns hingegen dürfen und sollen diese Fehler begehen. Sie sollen uns in Versuch und Irrtum präsentieren, was in unserem ernsten Alltag oftmals keinen Platz mehr hat.

Die Tatsache, dass man als intelligenter Erwachsener noch über die Dummheiten von Clowns lachen kann, lässt sich darauf zurückführen, dass in jeden Menschen noch der rudimentäre Rest eines Clowns vorhanden ist. Ohne diese versteckte Anlage ließe sich die Botschaft eines professionellen Clowns gar nicht aufnehmen und annehmen. Es bedarf also einer gewissen Intelligenz zur Dummheit um die Parodie eines Clowns auf das echte Leben zu verstehen und mithin auch das eigene, echte Leben selbst besser verstehen und bewältigen zu können. Es ließe sich dies auf eine ein¬fache und bekannte Weisheit bewerkstelligen: Lachen tut uns gut und ist gesund.

Mehr Lachen, mehr Spaß und mehr Fröhlichkeit im Alltäglichen sind notwendig, um voller Gestaltungskraft und kreativer Freude unsere Zukunft zu gestalten. Nicht so sehr die Beantwortung des Rätsels inwiefern dies mit Intelligenz oder Dummheit geschehen solle. Weiterhin unbeantwortet muss jedoch die Frage bleiben, ob Clowns aufgrund ihrer Offenheit und Ehrlichkeit eventuell sogar die besseren Politiker wären, oder ob beispielsweise zentrale Gestalter und Entscheidungsträger aus der Wirtschaftswelt ganz bewusst häufiger mit Dummheit statt mit Intelligenz an manche Herausforderung herangehen sollten. (Christian Könning)

Forum:

Intelligent oder mit Dummheit Zukunft gestalten?

Teilnehmer:

Antoschka (Rußland/Deutschland), Gin Gin (Italien), Gardi Hutter (Schweiz), Cherno Jobatey (Moderation), Prof. Dr. Ervin Laszlo (Ungarn), Nola Rae (Great Britain), Prof. Dr. Erwin Speckmann.




Ansatz:


Clowns, die Narren der Gesellschaft, halten genau dieser einen Spiegel vor Augen. Die Reflektion gibt der Menschheit die Möglichkeit eigenständig zu erkennen, ob Zukunft ohne Dummheit gestaltbar ist. Gelingt es bei dieser Veranstaltung den bekanntesten Clowns der Welt ihren Zuhörern zu vermitteln, dass die Verantwortung der Gestaltung des eigenen Lebensraumes in ihrer Macht liegt und somit zu beeinflussen ist? Zu Beginn der Diskussion wird allen Teilnehmern eine Clown Immunität verliehen, mit der sie ohne Scham oder Angst ihre Meinung kundtun können, um gemeinsam Lösungen zu finden, wie wir in Zukunft gegen Dummheit vorgehen können.

Zeit und Ort

Samstag, 10. Oktober 2009, 13:30 bis 15:00Uhr
Orangerie in der Gläsernen Manufaktur

Weitere Hinweise

Partner/Initiator: World Parliament of Clowns
Simultanübersetzung deutsch/englisch


Bild Antoschka 12

Clown Antoschka zeigte wärend des Pressegesprächs warum Sie die Nummer 1 des Russischen Staatszirkus ist und tanzte auf dem Dach des Hotel Suitess vor beindruckender Kulisse.

Weitere Fotos sehen Sie hier

Mehr zum Presse-Echo World Parliament of Clowns finden Sie hier

Was ist das World Parliament of Clowns und was passiert auf dem 2. WORLD CULTURE FORUM?


Die bedeutendsten Clowns unterstützen dieses Projekt (u.a. Oleg Popov, Pic, David Larible oder Dimitri, um einige zu nennen) und viele Persönlichkeiten sind mit dabei als Clown d’Honneur, u.a. Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, Regisseur Wim Wenders, Sänger Thomas Quasthoff oder Schauspieler Dietmar Schönherr. www.clownship.org
Das World Parliament of Clowns ist Partner des 2. WORLD CULTURE FORUM und lädt am 10. Oktober zu einer emotionalen Diskussionsrunde ein: ‘Intelligent oder mit Dummheit Zukunft gestalten’.
Am 9. Oktober präsentiert das Clowns-Parlament ‚Planet of Smiles’. Nach dem überwältigenden Erfolg der ersten Veranstaltung im Februar 09 in Dresden stehen im Oktober die wohl zur Zeit bekanntesten weiblichen Clowns der Welt zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne des Theater Wechselbad in Dresden:
Die Clownerin Gardi Hutter (Schweiz), Nola Rae (Großbritannien) Mitglied der Clowns Hall of Fame und Antoschka (Russland), Starclown des Moskauer Staats-zirkus und Gründerin des World Parliament of Clowns. Mit dabei aber auch
Mime Herzog von der Mimenbühne Dresden, der Kirchen-Clown Leo und der Zirkus der Straßenkinder von St. Petersburg UPSALA.
Wer ein Premium-Ticket gebucht hat, sitzt an diesem Abend ‚ganz vorne’ - sonst:
Karten bestellen: www.theater-wechselbad.de


Ausführliches Konzept


„Da Intelligenz nicht immer mit Weisheit einhergeht, können auch über-durchschnittlich intelligente Menschen in bestimmten Zusammenhängen
ausgesprochen dumm agieren.“

Der Tiefenpsychologe Josef Rattner bezeichnet die Dummheit sogar als
‚gefährlichste menschliche Krankheit’ und fordert in seinem Buch ‚Homo
sapiens oder der dumme Mensch’ dazu auf, alle an Fortschritt und Freiheit
interessierten Wissenschaftler mögen sich an einer ‚universellen Dummheits-
Forschung’ beteiligen.

Professor Siegfried Seufert, einer der bekanntesten Intelligenzforscher unserer
Zeit, prophezeit: Dummheit hat Zukunft.
Er geht davon aus, dass im Leben und Beruf all jene die besten Chancen haben, die gar nicht merken ‚was los ist?’. Und er hat es in aufwendigen Tests nach-
gewiesen:
• Bei einem Börsenspiel mit Studenten hatten am Ende die Dummen das ganze Geld; die Gescheiten waren bankrott.
• Die US Army ließ überprüfen, warum unter den hohen Offizieren zu viele Dummköpfe waren. Das Ergebnis: die meisten Intelligenten bleiben im Kampf um die allerersten Beförderungen hoffnungslos auf der Strecke.
• Intelligente Manager haben die fatale Neigung, viel zu weit voraus zu denken und sich mit Problemen zu quälen, die sich niemals stellen. So leben diese Manager in einer immerwährenden nervösen Spannung und werden viel öfter und früher krank als die Dummen.
• Kommt doch stets das Mieseste am besten an’, so Erasmus von Rotterdam, der große Denker des 15 Jahrhunderts.

Zum Schluss noch Albert Einstein zu zitieren:’ Ich gehe davon aus, dass zwei Dinge unendlich sind, das Weltall und die menschliche Dummheit. Ganz sicher bin ich mir aber nur bei der Letzteren.’

Wissenschaftler scheuen den Vergleich zwischen den Dummen mit ihren kräftigen sauberen Linien des Denkens hin zu den festen Knoten sicherer Schlussfolgerungen und Entscheidungen in ihren Hirnen und dem komplizierten Denken der Intelligenzia, das mit einem Wollknäuel Ähnlichkeit hat, welches gerade von eine Katze zerzaust wurde und in dem sich eine Unzahl von ‚Denk-Linien’ verhaspeln.
Politiker fürchten die Diskussion um die Erscheinungsformen der Dummheit:
Eitelkeit, Egoismus, Rücksichtslosigkeit oder Vergesslichkeit.
Manager vermeiden jede Auseinandersetzung über Dummheit, da diese die grundsolide Basis für ihren und des Unternehmens Erfolg ist. Dummheit kurbelt die Wirtschaft an.
Die Menschen wollen keine Diskussion über ihre Lieblingseigenschaft.
Und für die Medien ist Dummheit tabu aber auch essentiell, leben sie doch äußerst gut davon.
-2- World Parliament of Clowns / World Culture Forum Dresden - 2009


Bleiben also nur die Clowns, die Narren der Gesellschaft, die Dummheit von allen Seiten in der Diskussion zu beleuchten und zu prüfen, wie wichtig Dummheit für unsere Zukunft ist.
Sie halten uns den Spiegel vor, verbunden mit der Hoffnung, dass wir selbst erkennen:
Ist eine Zukunft ohne Dummheit gestaltbar?
Muss diese eventuell in jeden Masterplan als ‚Vorgabe’ mit einfließen?
Oder schaffen es die Mitglieder des World Parliament of Clowns, die Dummheit ad absurdum zu führen und damit endlich die Umkehr des gesellschaftlichen Denkens zu schaffen mit dem Ziel, dass jeder Mensch des Planeten seine Verantwortung für die gesamte Welt übernimmt.
Und sich verantwortlich in die Gestaltung seines Lebensraumes mit einbringt.
Die Mitglieder des World Parliament of Clowns werden allen Teilnehmern, ob auf dem Podium oder im Publikum, die Clowns Immunität verleihen, um ohne Angst und Scham Meinung sagen und die Meinung anderer akzeptieren zu können.
Eine Impfung gegen Dummheit, die das Immunsystem sensibilisiert
und uns in die Lage versetzt, in Zukunft ein wenig resistenter gegen Dummheit zu sein.
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