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World Culture Forum
Stimmungsbild für Panels European Congress 2009


Bildungsinstitution Familie


Die Familie ist die kleinste gesellschaftliche Einheit und eine wichtige Vermittlungsstätte kultureller Bildung, also der Vermittlung von Werten und Idealen. Wie kann die Familie bei dieser Aufgabe von anderen Gesellschaftsgliedern unterstützt werden? Sowohl staatliche Institutionen als auch zivilgesellschaftliche und letztlich genuin familiäre Mittler kultureller Bildung müssen bei der Sozialisation der Heranwachsenden zusammenwirken. Familienpolitik ist die Querschnittsaufgabe eines großen gesellschaftlichen Netzwerks. Dabei hat der Staat das Subsidiaritätsprinzip in zweierlei Hinsicht zum Tragen zu bringen. Zum einen müssen staatliche Sozialisationsinstanzen wie Krippen, Kindergärten und Schulen dafür Sorge tragen, dass das Lehrpersonal qualifiziert ist, um gerade auch Kinder aus problematischen Familienverhältnissen gut gebildet auf ihr Leben in unserer komplexen Welt vorbereiten zu können. Zum anderen müssen staatliche Institutionen möglichst auch von zivilgesellschaftlichen Akteuren unterstützt werden. Dabei ist in Zukunft vor allem verstärkt das mögliche Engagement der Älteren unserer Gesellschaft in den Blick zu nehmen. Angesichts der hohen Bereitschaft unter Senioren, sich gesellschaftlich zu engagieren, liegt hier noch einiges Partizipationspotential brach.

In einigen Aufgabenfeldern könnten zivilgesellschaftliche Akteure ganz ohne staatliches Zutun aktiv werden und effektiv handeln wie etwa ein Verein, der sich der Vermittlung von Ausbildungsplätzen in der regionalen Wirtschaft widmet oder das Erreichen eines Schulabschlusses fördert. Dabei bleibt unverzichtbar, dass die Kommune als Gestalter auf der unteren und untersten Ebene durch Kompetenzen und Mittel wieder stärker handlungsfähig wird, denn nur auf diese Weise kann das komplexe Zusammenspiel gesellschaftlicher und staatlicher Kräfte gelingen. Bedeutsam ist ferner die Bestimmung der Zielgröße von familienpolitischen Aktivitäten, nämlich das ‚Kindeswohl‘. Die gesellschaftliche Pluralität ist derart groß, dass es hierzu keine von einem Ministerium in einer Hauptstadt verfasste Vorstellung geben kann, die allen Bewohnern eines Landes gleichermaßen legitim erscheint. Eine angemessene Definition von Kindes- oder Gemeinwohl wird sich daher noch am ehesten in kleinräumigen politischen Ordnungsrahmen geben lassen, was wiederum für eine stärkere Verantwortung der Kommunen und nicht der Länder oder des Bundes spricht. Ein solches Vorgehen schließt freilich nicht aus, dass Qualitätsstandards für ein gewisses Maß an Güte sorgen wie etwa bei der Qualifikation von Betreuerinnen und Betreuern.

Von enormer Bedeutung ist die kulturelle Bildung der Heranwachsenden, wenn es um Normen und Werte des gesellschaftlichen Mit- und Füreinander geht. Sind diese doch die wirkmächtigsten Faktoren für die Stabilität eines demokratischen Gemeinwesens, und nicht nur die vermeintlich ‚harten Fakten‘ ökonomischer Kennzahlen. Die Vermittlung solcher Werte geschieht aber wohl nirgendwo so effektiv wie durch vorbildhaftes Handeln in den kleinen Lebenskreisen. Hier kommt der intakten Klein- oder Großfamilie – bei aller staatlichen und gesellschaftlichen Unterstützung, die diese ohne Zweifel nötig hat – eine zwar nicht exklusive, wohl aber eine besonders tragende Rolle zu. (Erik Fritsche)

Forum:

Familie als Zentrum kultureller Bildung

Teilnehmer:

Prof. Dr. Kurt Biedenkopf; Prof Dr. Ulrike Detmers.


Ansatz:


Die Familie ist die kleinste gesellschaftliche Einheit. Wie wichtig ist die Vermittlung von kultureller Bildung, von Werten und Idealen. Ist es in der heutigen Zeit einzig die Aufgabe der jungen Eltern, diese kulturelle Bildung ihren Kindern gegenüber verantwortungsvoll zu übernehmen oder bekommt die Gesellschaft/Politik durch die Veränderung der Medienlandschaft und eingreifen in den Privathaushalt auch eine stärkere Verantwortung für die Vermittlung von Werten und Idealen? Wie weit können Familien Bildungshilfe (keine soziale Hilfe) gegenüber der Gesellschaft einfordern oder liegt es absolut in ihrer Eigenverantwortung?

Zeit/Ort

Freitag, 09. Oktober 2009, 15:30 bis 17:00Uhr
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